Engagement

Necati mit Osman und Celal vor der Teeküche

Dahin geht ein Teil unseres Gewinns

Das Geld, das Sie bei uns ausgeben, verschwindet nicht einfach nur in unseren Taschen. Wir sind froh, dass wir mit einem Teil unseres Gewinns regelmässig verschiedene Menschen und Institutionen unterstützen können. Zudem haben wir dank des Ladens immer wieder die Möglichkeit, durch Produktionsaufträge zum Unterhalt kleiner Ateliers oder einzelner Frauen beizutragen.

 

Uns geht es gut, gottseidank. Auf unseren Reisen in der Türkei treffen wir aber auch auf Menschen, die ihren Alltag nicht ganz so einfach bewältigen können wie wir: kleine Handwerker, deren Künste in unserer modernen Welt nicht mehr gefragt sind; Witwen, die versuchen, mit Handarbeiten ihren Kindern eine bessere Zukunft zu gewährleisten; intelligente junge Frauen und Männer mit Studien-Träumen, die am fehlenden Geld scheitern; Arme, Kranke, Alte, Verlassene und Vergessene, die in einfachsten Behausungen leben und kaum das Nötigste besorgen können.

Die Armensteuer «Zekat»
türkische Banknoten

Zwar kennt auch die Türkei ein staatliches Sozialsystem, das finanzielle Hilfe bietet, nur reichen die Beiträge oft nicht weit. Viele Bedürftige sind auf die Unterstützung von Nachbarn, gemeinnützigen Institutionen oder einzelnen Gönnern angewiesen.

Das Spenden an Arme, «Zekat» genannt, gilt übrigens jedem gläubigen Muslim als religiöse Pflicht. Durch Zekat «reinigt» man nicht nur seinen Besitz, sondern auch sein Herz von Egoismus und Geiz. Ob und wieviel man bezahlt, wird denn auch nicht kontrolliert, sondern liegt ganz allein in der Verantwortung des Gläubigen und seines Gewissens. Die Höhe des jährlich zu entrichtenden «Zekat» bemisst sich aus den Vermögenswerten und sollte 1/40 bzw. 2,5% des Besitzes an Geld, Edelmetallen, Schmuck u.ä. betragen. Wer also z.B. 40'000 Franken auf seinem Bankkonto hat, gibt davon 1000 Franken an Bedürftige weiter.

Auch wir spenden jedes Jahr jeweils einen Vierzigstel dessen, was wir besitzen, und damit auch einen Teil des Gewinns, den wir dank Fanafillah und Ihnen als Kundinnen und Kunden erwirtschaften. Wir versuchen mit Hilfe unserer türkischen Verwandtschaft Menschen zu erreichen, die dringend auf Geld angewiesen sind, entweder regelmässig, durch eine einmalige Not- oder in einer besonderen Lebenslage.

Weil wir überzeugt sind, dass Bildung zu einem besseren Leben beitragen kann, übernehmen wir jedes Jahr die Semester- oder Sprachkursbeiträge von zwei bis drei Studierenden in der Türkei.

Verschiedene Frauen in Konya erhalten keine «klassische» Geldspende, dafür – eigentlich nachhaltiger – kleinere Aufträge gegen gerechten Lohn. Für Fanafillah stellen sie z.B. Oberteile für orientalische Tänzerinnen her, Häkelblumen und -spitzen, Spielzeug oder Tülldeckeli auf Krüge und Gläser. Kleinen Handwerkern oder Strassenhändlern kaufen wir gerne Waren ab, auch wenn diese vermutlich später bei Fanafillah nicht zu den Bestsellern gehören werden.  

Zum regelmässigen Verdienst einiger Frauen in Konya konnten wir indirekt beitragen: Vor vielen Jahren kamen wir in unserem Laden ins Gespräch mit der bekannten Zürcher Handdruckerin und Textildesignerin Sonnhild Kestler (>www.sonnhildkestler.ch), die sich für türkische Motive und Handarbeiten interessierte. Daraus entstand die Idee, die Ränder ihrer wunderschönen Tücher in Anatolien mit filigranen Häkelrändern, Pompons und Zöttelis verzieren zu lassen. Mit Hilfe von Necatis Bruder Ibrahim und seiner Frau Rüveyde konnten wir eine 11-köpfige Gruppe zusammenstellen, die seither regelmässig für Sonnhild arbeitet.