Wir

Christina und Necati vor der Blauen Moschee in Istanbul

Zuhause in zwei Kulturen

Als schweizerisch-türkisches Ehepaar fühlen wir uns seit vielen Jahren beiden Kulturen verbunden und sind glücklich, in unserem Laden gemeinsame Interessen leben und mit anderen teilen zu können.

 

Angefangen hat alles 1988 im anatolischen Konya. Necati organisierte für eine Gruppe Schweizer Werk- und Primarlehrerinnen während einer Woche verschiedene Workshops bei türkischen Handwerkern: bei Steppdeckennähern, Baumwollklopfern, Filzmachern, Teppichknüpferinnen, Wollefärbern. Christina begleitete ihre Mutter und fand wie sie Gefallen an all den ungewöhnlichen Techniken und Berufen, am Kochen bei Necatis Schwägerin, an der Liebenswürdigkeit der Menschen, an der orientalischen Kultur und an der türkischen Sprache.

Zurück in der Schweiz suchte sie nach einem Türkischkurs und wurde am Seminar für Allgemeine Sprachwissenschaft der Universität Zürich bei Hüseyin Tüzün fündig. Die rasch wachsenden Sprachkenntnisse erprobte sie in Briefen an Necati und bei weiteren Besuchen und langen Gesprächen in seinem Teppichladen «Dervis Brothers». 1990 beschlossen die beiden zu heiraten. Necati, der Europa von vielen Geschäftsreisen her kannte, war bereit, seinen gut gehenden Laden aufzugeben und Christina nach Zürich zu folgen. Unter der Bedingung, weiterhin ein Geschäft führen zu können, und mit dem Plan, das hochstehende türkisch-osmanische Kunsthandwerk, den Glanz Istanbuls und die warme Atmosphäre Anatoliens in die Schweiz zu bringen.

Fanafillah
Christina und Necati in ihrem 1992 gegründeten Laden Fanafillah (Foto: Marcus Williams)

Im Mai 1992 eröffneten sie ihren Laden Fanafillah im Zürcher Seefeld, in den sie ihr ganzes Herzblut, ihre Erfahrungen und ihr Wissen stecken (>mehr). Er ist ihnen ein Stück alte und neue Heimat zugleich und bietet immer wieder die Gelegenheit, ihre Freude an schönen Produkten und der dahinter stehenden Kultur mit Kundinnen und Freunden zu teilen.

Christina Ochsner Çanak, geb. 1960 in Zürich, lic. phil. I, Germanistin und Kunsthistorikerin, seit 1987 als Journalistin im Bildungsbereich tätig (über 20 Jahre lang Redaktorin der Berufswahlzeitschrift «perspektiven», heute Redaktorin von Informationsmaterialien im Amt für Jugend und Berufsberatung der Bildungsdirektion des Kantons Zürich), seit 1990 mit Necati Çanak verheiratet. Persönliche Interessen: mehr zu erfahren über Lebensentwürfe, Träume und Alltagsrealitäten anderer Menschen; Frauenkultur; kunsthandwerkliche Techniken aller Art; Tiere, Blumen, Heilpflanzen und Räucherwerk; orientalischer Tanz; Musik, Sachbücher und Belletristik; türkische Sprache und Kultur; Gärtnern und Backen.

Necati Çanak, geb. 1953 in Konya/Türkei, wegen Studentenunruhen abgebrochenes Soziologiestudium, selbständiger Teppichhändler und Kaufmann in Konya und Istanbul seit 1978, verheiratet mit Christina Ochsner seit 1990. Persönliche Interessen: islamische Mystik (Sufismus); Pflanzen, Tiere und die Schönheit der Schöpfung («Fanafillah» bezeichnet die mystische Erkenntnisstufe, dass alles von Allah kommt und wieder zu ihm zurückkehrt, in ihm Nichts wird); das tatkräftige Unterstützen von Jugendlichen in ihrem Bedürfnis nach Bildung; Naturmedizin und alte Hausmittel; orientalisches Innendekor; Lesen und Kochen.

Kleine Freuden: zusammen ein Glas türkischen Schwarztee trinken; bei Regenwetter am Ufer des Zürichsees im Auto picknicken; in der Istanbuler Morgensonne bei Hafız Mustafa einen Mokka geniessen; Kätzchen beim Spielen zusehen; jemandem eine Freude machen; ein Lächeln erwidert bekommen.

Gemeinsame Interessen: unser Laden und die damit verbundenen Einkaufsreisen nach Istanbul und in anatolische Kleinstädte; unsere schweizerisch-türkische Familie; unsere Freundinnen und Freunde hier und dort; Neues kennenlernen und Wissen erweitern; anderen Menschen eine Freude machen.

Tagträume: ein kleines orientalische Café in Zürich führen; gemeinsam mit Freundinnen eine eine Guetzlibäckerei in einem netten Zürcher Quartier betreiben; mit den türkischen Nichten eine kleine Pension in Konya aufbauen oder wenigstens eine kleine Dachwohnung mit Terrasse im Istanbuler Sultanahmet-Quartier finden. Inshallah!